Golf und Natur Gold

Der Westfälische Golf-Club Gütersloh hat als erster Golf-Club in OWL die Gold Zertifizierungsstufe des Programms “Golf und Natur” vom Deutschen Golf Verband (DGV) erhalten. Dies wurde innerhalb von nur knapp zwei Jahren erreicht.

Das Programm “Golf und Natur”, welches der DGV 2005 ins Leben gerufen hat, unterstützt die Clubs beim verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Gleichzeitig gewährleistet das Programm aber auch, dass die teilnehmenden Clubs eine hohe Qualität der interner Abläufe bei der Golfplatzpflege und dem Management des Clubs sicherstellen. Das Programm ist in etwa vergleichbar mit einer DIN ISO 9000 Zertifizierung in der Industrie und im Handel. Nach der Erst-Zertifizierung in Bronze im Oktober 2013 folgte recht  zeitnah im Juni 2014 bereits die Silber Zertifizierung. Am 12 März konnte nun die höchste Zertifizierungsstufe erreicht werden, die Zertifizierung in Gold.

Damit ist der Westfälische Golf-Club nur einer von acht Golf-Clubs in NRW, die diesen Status erreicht haben. Der Westfälische Golf-Club befindet sich somit prominenter Gesellschaft mit solch renommierten Golf-Clubs wie Hubbelrath und Hösel in Düsseldorf oder Wilkinghege in Münster. Für jede Zertifizierungsstufe müssen die teilnehmenden Clubs die Umsetzung einer Reihe von Maßnahmen vorweisen. Für die Bronze Zertifizierung müssen die Clubs ihre Hausaufgaben gemacht haben und zum Beispiel die Dokumentation aller bau- und wasserrechtlichen Auflagen gut und übersichtlich dokumentiert haben. Im Rahmen der Silber Zertifizierung wurden im Westfälische Golf-Club beispielsweise eine Obstbaumwiese angelegt und mehrere Insektenhotels aufgestellt. Auch wurden alle Unterlagen zum Thema Arbeitssicherheit und Gefährdungspotential auf den neuesten Stand gebracht und gut strukturiert dokumentiert.

Umgesetzte Maßnahmen, die nun zur Gold Zertifizierung geführt haben, waren beispielsweise die Renaturierung eines künstliches Wasserhindernis in ein Feuchtbiotop, die Erstellung eines ornithologisches Gutachtens und in Zusammenarbeit mit der Uni Bielefeld  eine  Kartierung der natürlichen Lebensräume. Dies hat ergeben, dass weit über  30 Vogelarten und mehr als 250 Baum-, Gräser- und Straucharten auf dem Golfplatz beheimatet sind. Die Arbeit ist aber für den Westfälische Golf-Club nicht zu Ende, da die Gold Zertifizierung alle zwei Jahre wiederholt werden muss. Nachdem alle internen Abläufe der Golfplatzpflege und der Arbeitssicherheit mittlerweile bestens dokumentiert sind, werden sich die Maßnahmen für einen Re-Zertifizierung in 2017 mehr mit Umweltthemen befassen. Es ist angedacht weitere Obstbaumwiesen und naturbelassene Magerwiesen anzulegen und auch Bienenvölker aufzustellen. Für die Anlage der Obstbaumwiesen sollen unter den Mitgliedern Baumpatenschaften vergeben werden. Auf mehreren aufgestellten Ökotafeln soll den Golfspielern, die auf dem Golfplatz vorhandene Flora und Fauna,  näher gebracht werden.

Als Fazit für den Westfälischen Golf-Club lässt sich sagen, die Teilnahme an dem Programm “Golf und Natur” hat sich mehr als gelohnt. Nicht nur wurde der Blick für den verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen geschärft, sondern auch die Qualität der interner Abläufe was Pflege und Club-Management angeht konnten im Rahmen des Programms erheblich verbessert werden.

Einleitung

Anfang 2013 hat der Westfälische Golf-Club beschlossen an der Initiative “Golf und Natur” des Deutschen Golfverband  (DGV) teilzunehmen. Das Programm “Golf und Natur” umfasst alle relevanten Aspekte, die zur Sicherung der Qualität beim Management und der Pflege eines Golf-Clubs wichtig sind, bei gleichzeitiger Berücksichtigung eines umweltbewussten Umganges mit den natürlichen Ressourcen.

Das Programm “Golf und Natur” zielt darauf ab, optimale Bedingungen für den Golfsport mit dem größtmöglichen Schutz von Natur zu verbinden. Im Rahmen eines mehrjährigen Programms bietet “Golf und Natur” die Chance, neben vielen umweltrelevanten Themen auch möglichst alle Aspekte der Golfplatzpflege zu erfassen und diese dann in planbaren Schritten zu verbessern. Da sich die positiven Auswirkungen auf Umwelt und Golfplatzpflegemanagement oft nicht kurzfristig einstellen, ist für die Umsetzung des Programms  “Golf und Natur” ein Zeitraum von mehreren Jahren vorgesehen.

Warum nimmt der Westfälische Golf-Club an “Golf und Natur” teil?

“Golf und Natur”- was zunächst widersprüchlich erscheint –  ist auf dem Golfplatz des Westfälischen Golf-Club Gütersloh bereits seit Jahren im Einklang, und so soll es auch weiterhin  sein. Auf der Golfanlage des Westfälischen Golf-Club Gütersloh findet sich  eine große Artenvielfalt. Nach einer ersten groben Bestandserfassung von Flora und Fauna sind weit über  30 Vogelarten und mehr als 250 Baum-, Gräser- und Straucharten auf dem Golfplatz beheimatet.

Durch die Teilnahme am Programm “Golf und Natur” erhält der Westfälische Golf-Club eine praxisnahe Anleitung, die das gesamte Spektrum der Pflegemaßnahmen auf einer Golfanlage nachhaltig und zukunftsorientiert absichert.

Der Betrieb einer Golfanlage umfasst viele Aspekte. So spielen Sicherheitsfragen beim Einsatz und der Wartung der Maschinen und Geräten eine große Rolle. Durch den bewussten Umgang mit Wasser, Energie, Dünger, Saatgut und Pflanzenschutzmitteln können Kosten optimiert werden und gleichzeitig werden natürliche Ressourcen und die Umwelt geschont.

Zusammenfassend lässt sich sagen, durch die Teilnahme an diesem Programm sind nun alle internen Abläufe was die Platzpflege und das Management des Golf-Clubs angeht transparent erfasst. Auch sind alle gesetzliche vorgeschriebenen Dokumentationen übersichtlich vorhanden. Das heißt, dieses Programm hat die  die Qualität der Abläufe enorm verbessert und sichert auch noch den verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

Die Schritte bis zur Gold Zertifizierung

Anfang des Jahres 2013 hat der Vorstand des Westfälischen GC Gütersloh eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die aus den Herren T. Baltrusch (Head-Greenkeeper), J.P. Sors (PGA-Professional), J. Peitz (fachkundiges Mitglied), Hans-Günter Schucht (Präsident des Golf-Clubs), Hans Kleineheismann (Spielführer) und Michael Meerkamp (Platzwart) besteht. Diese Arbeitsgruppe hat in 2013 und 2014 das Programm “Golf und Natur” durchgeführt und die Zertifizierung von Bronze und Silber erreicht. Für die Gold Zertifizierung wurde das Team um zwei Mitglieder erweitert, nämlich R. Kolbe für IT Belange und R. Börger als Energiebeauftragter.

Kurze Zeit nach der Start des Programms wurde im Oktober 2013 die erste Stufe der Zertifizierung mit der Erlangung der Bronze-Urkunde abgeschlossen. Dabei wurden viele Anregungen von dem Beauftragten des DGV, Herrn Dr. Hardt, aufgenommen und im Rahmen der Silber / Gold Zertifizierung umgesetzt. In der nachfolgenden Tabelle ist eine beispielhafte Aufstellung der umgesetztes Maßnahmen.

Silber (Juni 2014):

  • Obstbaum- und  Wildblumenwiese angelegt
  • Insektenhotel aufgestellt
  • Informationsabend Greenkeeping
  • Fragebogen zur Spielqualität (Greenfeespieler)
  • Rückstandsuntersuchungen Pestizide (2 Grüns)
  • Sicherheitskonzept/Notfallplan in Absprache mit der Rettungsleitstelle (Aushang im Clubhaus und in den Hütten)
  • Konzept zur Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Gold (März 2015):

  • Ornithologische Gutachten, mehrere Nistkästen aufgehängt
  • Anlage eines Baumkatasters für spielrelevante Bäume
  • Biotopmanagementplans mit Nutzungshinweisen
  • Re-naturierung eines künstlichen Wasserhindernisses in ein Feuchtbiotop
  • Brandschau abgehalten und Blitzschutzsirene installiert

Angedachte Themen für Re-Zertifizierung Gold (2017):

  • Erweiterung Obstbaumwiesen durch Baumpatenschaften
  • Flächendeckenden Internetzugang auf gesamten Golfplatz mit Freifunk Gütersloh, an Sirenenmast einen Telefonverstärker anbringen
  • Weitere Nistkästen anbringen und Bienenvolk aufstellen

 

 

Fakten / Interessantes über den Westfälischen Golf-Club Gütersloh

  • Golfplatz
    • Der Golfplatz ist ca. 65 Hektar groß, weniger als ein Drittel davon (etwa 20 Hektar) werden regelmäßig bearbeitet.
    • Unsere Fairways / Abschläge (ca 15 ha) werden max. 2x p.a. mit Granulat gedüngt.
    • Etwas weniger als 1 Hektar der Gesamtfläche sind unsere Grüns (ca. 8.000m²), die intensiv gepflegt werden müssen, d.h. täglicher Schnitt, alle 14 Tage Vertikutieren
    • Seit etwa drei Jahren werden die Grüns mit Flüssigdünger behandelt, d.h. es werden jährlich Bodenproben genommen, um genau festzustellen welche Nährstoffe unseren Grüns fehlen. Es wird dann speziell für unseren Platz eine Flüssigdüngemischung hergestellt und regelmäßig in kleiner Dosierung ausgebracht. Dies dient in erster Linie dazu, dass keine Überdüngung auftritt und keine von den Pflanzen nicht aufgenommenen Nährstoffe ins Grundwasser gelangen.
  • Springkraut
    • Auch wir haben das lästige Springkraut an einigen Stellen auf dem Golfplatz, vor allem in unmittelbarer Nähe zur Wapel.
    • Das Springkraut, eine invasive Pflanze aus Indien, kann seine Samen bis zu 7m weit schleudern und ist mittlerweile in OWL und NRW an vielen Uferböschungen zu finden.
    • Um dieser Plage Herr zu werden, wird mehrmals pro Jahr von Freiwilligen unter unseren Mitgliedern die das Springkraut entfernt. Dies muss in den nächsten Jahren wiederholt werden, da die Samen bis zu 5 Jahren im Boden überleben können.
  • Spindelschleifmaschine
    • Um unsere Grüns, die im Sommer auf 4mm Höhe gemäht werden, einen guten Schnitt zu geben, werden unsere Mähspindel regelmäßig auf einer speziellen Maschine geschärft. Das bewirkt, dass die Gräser glatt und sauber geschnitten werden und so Grünskrankheiten möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Jeder Mähvorgang kann als eine Verletzung der Graspflanze gesehen werden.
    • Den Service des Spindelschleifens bieten wir mittlerweile auch einigen benachbarten Golf-Clubs an.
  • Sicherheit auf dem Golfplatz
    • Auf dem Golfplatz befinden sich vier Blitzschutzhütten, die strategisch so aufgestellt sind, um möglichst kurze Wege dass auf dem Golfplatz verteilt, dass max.
    • Zusätzlich wurde 2015 eine Sirene zentral auf dem Golfplatz installiert, um die Golfspieler vor herannahenden Unwettern zu warnen.
    • Es wurde mit der Rettungsleitstelle in Gütersloh und Rietberg ein Notfallplan erarbeitet und für den Golf-Club einen eigene Notrufposition festgelegt, damit auch Ortsunkundige den Rettungspunkt per GPS schnell finden.
    • Ca. 100 Mitglieder wurden an Anwendung eines Defibrilators, der im Clubhaus hängt, geschult.
  • Nachbarschaftshilfe
    • Mit einer unserer Mähmaschine schneidet einer der Greenkeeper im Sommer 1 mal pro Woche den Rasen vom benachbarten Fußballclub Grün-Weiß Varensel.

Was ist “Golf und Natur”?

Mit dem Umweltprogramm “Golf und Natur” stellt der DGV eine praxisnahe Anleitung für die umweltgerechte und wirtschaftliche Zukunft der Golfanlagen sowie für die Verbesserung der Spielbedingungen zur Verfügung. “Golf und Natur” ist in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem Greenkeeper Verband Deutschland (GVD), mit wissenschaftlicher Begleitung durch die Rasen-Fachstelle der Universität Hohenheim entstanden.

“Golf und Natur” hat folgende vier Themenschwerpunkte

  • Natur und Landschaft
  • Pflege und Spielbetrieb
  • Arbeitssicherheit und Umweltmanagement
  • Öffentlichkeitsarbeit und Infrastruktur

Was sich im Einzelnen hinter diesen Schwerpunkten verbirgt:

Natur und Landschaft:

  • Aufstellung der Flächenverhältnisse
  • Erstellung von Übersichtskarten in denen die natürlichen Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten eingetragen werden
  • Auflistung der gesetzlichen Naturschutzauflagen
  • Dokumentation von landschaftlichen Eigenheiten

Pflege und Spielbetrieb:

  • Wasserverbrauch und -management
  • Dokumentation Düngung (Düngerform, Verbrauch und Verfahren)
  •  Aufstellung eines Pflegeplans und Abstimmung / Koordination mit dem Spiel- und Turnierbetrieb

Arbeitssicherheit und Umwelt-management:

  • Einhaltung aller gesetzlicher Umweltschutz- und Arbeitsschutzbest.
  •  Abfallbehandlung
  • Dokumentation Maschinenwartung und -reinigung
  • Unfallverhütung, Notfallpläne, …

Öffentlichkeits-arbeit und   Infrastruktur:

  • Philosophie und Leitbild entwickeln
  • Presse und Öffentlichkeitsarbeit
  • Erfassung Zustand der Infrastruktur

Das DGV-Konzept zielt darauf ab, optimale Bedingungen für den Golfsport mit dem größtmöglichen Schutz von Natur zu verbinden. “Golf und Natur” bietet die Chance, im Rahmen einer mehrjährigen Planung, sowohl die Umwelt als auch die pflegerischen Gegebenheiten zu erfassen und in planbaren Schritten zu verbessern. Da sich Umweltverbesserungen oft nicht kurzfristig einstellen, ist für die Umsetzung ein Zeitraum von mindestens zwei Jahren vorgesehen.

Golf hat als Sportart im Freien eine enge Beziehung zur Natur, da die Spielflächen unmittelbar in die Landschaft eingebunden sind. Wiesen, Bäume, Waldsäume, Hecken und Wasserflächen charakterisieren die Individualität jeder Anlage und machen diese unverwechselbar. Gepflegte Spielflächen fördern außerdem die Freude am Spiel im Freien und werden zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor, um neue Mitglieder und Greenfee-Spieler zu gewinnen.

Der DGV unterstützt die Golf-Club bei den folgende Schritten in der Durchführung und Planung des Projektes:

  1. Registrierung
  2. Bestandsaufnahme
  3. Entwicklungsplan
  4. Umsetzung von
  5. Zertifikat

Weitere Informationen zum Programm “Golf und Natur” erhalten Sie auf der Webseite des Deutschen Golf Verbandes unter http://www.golf.de/dgv/umweltprogramm

(Nutzungsrechte am Pressetext eingeräumt von: Michael Meerkamp, Platzwart)