Aktion Springkraut

Am 25. Oktober 2013 fand im Westfälischen Golfclub Gütersloh ein „Aufräumtag“ statt, bei dem es dem Indischen Springkraut an den Kragen gehen sollte. Im Rahmen unserer Golf & Natur Zertifizierung zu Bronze durch den DGV sind wir nochmals auf die Problematik mit dem Springkraut und sich daraus ableitenden Handlungsbedarf aufmerksam geworden.

Das Indische Springkraut ist, wie der Name schon verrät, keine heimische Art und hat in einigen Teilen Deutschlands durch sein schnelles Wachstum schon hektarweise heimische Arten verdrängt, so z.B. im Bayrischen Wald. Das Springkraut stammt ursprünglich aus Indien, wächst ausgesprochen schnell und vermehrt sich noch rascher. Eine einzige Pflanze produziert über 2000 Samen in einem Jahr, das heißt, dass eine einzige Pflanze schon innerhalb von zwei Jahren Bestandsgrößen von über 1 Millionen Exemplaren entstehen lassen kann. Besonders gut verbreitet sich das Springkraut, weil die Samen über Schleuderkapseln in einem Umkreis von bis zu 7 m verteilt werden.

Springkraut

Zum Glück lässt sich das Indische Springkraut verhältnismäßig einfach bekämpfen. Das Springkraut ist einjährig und die Verbreitung erfolgt über die Samen. Bis zur Bildung der ersten Blüten (April / Mai) verhindert ein tiefer Schnitt (Mahd) eine weitere Verbreitung. Dank des wenig ausgeprägten Wurzelwerks lassen sich die Pflanzen vergleichsweise einfach herausziehen. Diese Maßnahme muss allerdings vor der Samenreife durchgeführt werden (Juli). Da es an den Sprossknoten leicht zur Wiederbewurzelung kommt, sollten ausgerissene oder gemähte Pflanzen abgeräumt und kompostiert werden. Die bearbeiteten Flächen müssen jedoch weitere vier Jahre kontrolliert werden, denn der Samenvorrat im Boden kann insgesamt fünf Jahre keimfähig bleiben.

Relativ kurzfristig nach unserer Zertifizierung zu Bronze wurde in einer Platzausschusssitzung das weitere Vorgehen in dieser Problematik festgelegt. Da das Herausziehen der Pflanzen die wirkungsvollste Art der Bekämpfung ist, brauchten wir möglichst viele Hände, um dem Problem Herr zu werden. Es wurden daher die Mitglieder informiert sich an einem kurzfristig anberaumten Aufräumtag zu beteiligen.

Es fanden sich über zwanzig engagierte Helfer ein, die in Dreier-Gruppen auf dem Platz tätig wurden. Die Einteilung erfolgte durch den Assistent Headgreenkeeper Alfred Winter, der die Aktion organisierte und leitete. An vielen Stellen auf dem Platz* wurden die Pflanzen herausgezogen und in großen Laubsäcken gesammelt. Die Laubsäcke wurden auf den Sandplatz auf einer mit Folie abgedeckten Stelle gesammelt. Das Ergebnis nach insgesamt 60 – 70 Mannstunden geleisteter Arbeit sind ca. 6 m³ kompostierbares Pflanzengut. Das Material wird nächste Woche nach Gütersloh in das Kompostwerk gebracht.

Nach der Arbeit gab es dann im Clubhaus lecker Eintopf von Christian Tegeler, gesponsert durch ein großzügiges Mitglied. Die Getränke gingen selbstverständlich auf den Club. Alles in allem eine gelungene Aktion, die in den nächsten Jahren im Juni / Juli wiederholt werden muss, bis wir dem Springkraut endgültig den Garaus gemacht haben.

*) Besonders betroffene Stellen waren HAB (Herrenabschlag) 7, Graben DAB (Damenabschlag) 8, links am Grün 5 und HAB 13, Teich 11 am Sandplatz.

Speziell an der Wapel entlang an den Bahnen 1, 2 und 3 und am Laubplatz hinter dem Teich Bahn 11 sind noch größere Springkraut-Vorkommen. Diese werden im Frühjahr regelmäßig mit dem Freischneider bearbeitet, um durch einen tiefen Schnitt das Springkraut gar nicht erst keimfähig werden zu lassen.